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Profilzustände verstehen

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Ein Profil in der Lobster Data Platform kann sich gleichzeitig in mehreren Zuständen befinden. Das überrascht oft: aktiv und suspendiert wirken wie Gegensätze, sind aber zwei voneinander unabhängige Eigenschaften desselben Profils. Dieser Artikel erklärt, warum es diese Trennung gibt und wie die Zustände zusammenspielen.

Vier unabhängige Dimensionen statt einer Statusspalte

Ein Profil wird nicht durch einen Status beschrieben, sondern durch vier gleichzeitig wirksame Eigenschaften.

Warum heißt es „Dimension”?

Ein Profil lässt sich nicht durch einen einzigen Zustand beschreiben, mehrere unabhängige Eigenschaften wirken gleichzeitig. Das Wort Dimension bringt genau das zum Ausdruck: Wie ein Punkt im Raum durch Breite, Länge und Höhe unabhängig voneinander festgelegt wird, beschreiben Aktivierung, Gültigkeit, Suspendierung und Veröffentlichung ein Profil aus vier verschiedenen Richtungen.

Keine dieser Dimensionen schließt eine andere aus. Ein Profil kann gleichzeitig aktiv, gültig, suspendiert und zwischengespeichert sein. Erst die Kombination entscheidet darüber, was tatsächlich passiert.

Dimension

Werte

Was sie steuert

Aktivierung

aktiv / inaktiv

Ob das Profil grundsätzlich Daten entgegennimmt.

Gültigkeit

innerhalb / außerhalb des Zeitrahmens

Ob das Profil zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt verwendet werden darf.

Suspendierung

nicht suspendiert / suspendiert / zeitgesteuert suspendiert

Ob Jobs sofort verarbeitet oder in eine Warteschlange eingereiht werden.

Veröffentlichung

gespeichert / zwischengespeichert

Ob die aktuell wirksame Version eine veröffentlichte oder eine private Zwischenversion ist.

Erst die Kombination aller vier ergibt das tatsächliche Verhalten. Ein Profil kann zum Beispiel aktiv und gültig und suspendiert sein. Es nimmt so dann zwar Daten an, erzeugt Jobs, startet sie aber nicht.

Aktivierung: der Hauptschalter

Aktiv bedeutet, das Profil ist betriebsbereit und nimmt Daten entgegen. Inaktiv bedeutet, das Profil ist abgeschaltet und nimmt überhaupt keine Daten an. Was während einer Inaktivierung beim Sender eingeht, wird vom Eingangsagenten nicht abgeholt und kann verloren gehen.

Diese Eigenschaft ist binär und wird bewusst gesetzt: entweder am einzelnen Profil oder gruppenweit. Sie ist der Schalter für längere, geplante Außerbetriebnahmen.

Gültigkeit: das Zeitfenster

Über Gültig von/bis erhält ein Profil ein Zeitfenster, außerhalb dessen es trotz Aktivstellung keine Daten entgegennimmt. Das ist nützlich für Profile, die nur saisonal oder im Rahmen eines Projekts laufen sollen, sowie für den geplanten Wechsel zwischen Profilversionen (siehe Ersetzt Profil weiter unten).

Aktiv und gültig müssen beide zutreffen, damit ein Profil Daten annimmt. Eine der beiden Eigenschaften reicht nicht.

Suspendierung: die Pause mit Pufferspeicher

Die Suspendierung ist der wichtigste Sonderfall und der häufigste Quell von Missverständnissen. Ein suspendiertes Profil ist nicht inaktiv. Es nimmt weiterhin Daten entgegen, erzeugt Jobs, hält diese Jobs aber in einer Warteschlange zurück, statt sie zu starten. Sobald die Suspendierung aufgehoben wird, laufen alle wartenden Jobs an.

Warum diese Trennung? Inaktivierung schützt vor Last, schluckt aber Daten. Suspendierung schützt vor Verarbeitungsfehlern und bewahrt die Daten. Der typische Anwendungsfall ist die geplante Nichterreichbarkeit eines Zielsystems: Während der Wartungsphase eines FTP-Servers sollen eingehende Dokumente weder verworfen noch in Fehlerläufe gefahren werden, sondern warten.

 HINWEIS : Es gibt drei wesentliche Einschränkungen, die man kennen sollte.

  • Zeitgesteuerte Eingangsagenten (Polling-basiert) holen während der Suspendierung keine Daten ab. Es wird also nichts gepuffert, weil nichts angenommen wird.

  • AMQP und JMS nehmen im suspendierten Zustand ebenfalls keine Daten an.

  • SAP ALE verhält sich grundlegend anders: Eingehende IDocs laufen sofort auf einen Fehler. Daten werden weder angenommen noch in die Warteschlange eingereiht. Im Anschluss an die Aufhebung müssen IDocs im SAP-System manuell erneut übertragen werden.

Die Suspendierung kann sofort wirksam werden, zeitgesteuert auf ein Datumsfenster gelegt werden oder aus einem Mapping heraus über die Funktion suspend profile() bzw. un/suspend profile() erfolgen.

Veröffentlichung: gespeichert oder zwischengespeichert

Während der Bearbeitung kann ein Profil zwischengespeichert werden. Diese Zwischenversion ist nicht veröffentlicht. Der Server arbeitet weiterhin mit dem zuletzt gespeicherten Profilstand. Erst beim regulären Speichern wird die neue Version produktiv und der Zwischenstand verworfen. Diese Trennung erlaubt es, längere Änderungen sicher vorzubereiten, ohne eine laufende Verarbeitung zu beeinträchtigen.

Übergänge: ein Profil ersetzt ein anderes

Profile sind nicht für die Ewigkeit. Über das Feld Ersetzt Profil lässt sich ein gesteuerter Übergang von einer Version zur nächsten konfigurieren: Sobald das neue Profil gültig wird und beide Profile aktiv und nicht suspendiert sind, übernimmt das neue Profil Namen und ID des alten. Das ersetzte Profil wird inaktiv und mit dem Präfix DEPRECATED<Zeitstempel>_ umbenannt. Es bleibt erhalten, ist aber dauerhaft aus dem Betrieb genommen. Der Zustand gelöscht wird im laufenden Betrieb selten direkt erreicht; üblicher ist dieser kontrollierte Deprecation-Pfad.

Beim direkten Löschen wird ein Backup des Profils erzeugt, sodass auch endgültig entfernte Profile rekonstruierbar bleiben.

Darstellung im Profilbaum

Die Profilübersicht macht die vier Dimensionen sofort anhand der Icons sichtbar: die Aktivierung, die Inaktivität, die sofortige Suspendierung und eine überschrittene Gültigkeit. Jede dieser Dimensionen hat ein eigenes Symbol und eine eigene Textauszeichnung.

Icon

Marker

Bedeutung

Text schwarz auf weiß

aktives Profil

grauer, kursiver Text

inaktives Profil

orangefarbener Text

manuell suspendiertes Profil

orangefarbener Text

Gültig von/bis überschritten

Der Zwischenspeicher-Status ist im Profilbaum nicht farbcodiert und nur über die Spalte einsehbar.

Die Zustände lassen sich bis auf den Gültigkeitsbereich über das Kontextmenü einstellen und aufheben.

Wann welche Dimension nutzen?

  • Längere, geplante Abschaltung, Datenverlust akzeptabel: inaktiv setzen.

  • Befristeter Betrieb, geplanter Übergang zu einer Nachfolgeversion: Gültigkeitsfenster und Ersetzt Profil kombinieren.

  • Kurzfristige Pause, Daten dürfen nicht verloren gehen: suspendieren.

  • Zielsystem nur zu bestimmten Zeiten erreichbar: zeitgesteuerte Suspendierung.

  • Profilstand experimentell anpassen, Produktion nicht beeinflussen: zwischenspeichern.

Eine Faustregel: aktiv/inaktiv ist der Hauptschalter, Gültig von/bis der Zeitplan, Suspendierung der Pufferknopf, Zwischenspeicherung das Arbeitskopie-Konzept. Wer diese vier Dimensionen sauber auseinanderhält, vermeidet die meisten Konfigurationsmissverständnisse.

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