Verteilungsregeln entscheiden, welches Profil eine eingehende E-Mail verarbeitet. Sie greifen, sobald ein Profil mit einem zeitgesteuerten Eingangsagenten vom Typ Mail/X.400 eine E-Mail abruft. Siehe auch Besonderheit für Eingangsagenten, die Daten zwingend abholen müssen.
Pflichtangaben
Sie müssen mindestens eine Verteilungsregel anlegen. Andernfalls erscheint eine Fehlermeldung.
Das Feld MIME-Typ Body im Dialog Verteilungsregel ist immer Pflicht. Details siehe Abschnitt Regel anlegen.
Geltungsbereich
Verteilungsregeln stehen für zeitgesteuerte Eingangsagenten zur Verfügung. Die Plattform unterstützt folgende Protokolle:
POP3 und POP3S
IMAP und IMAPS
X.400
Für den event-gesteuerten Eingangsagenten SMTP gelten Verteilungsregeln nicht. Nicht zuordenbare SMTP-Mails behandeln Sie über die startup.xml. Details siehe Abschnitt Nicht zuordenbare E-Mails.
Übersicht: Phase 1 mit Verteilungsregeln
Die Regelliste befindet sich in einer Tabelle am unteren Ende von Phase 1. Voraussetzung: Sie haben den Eingangsagenten Mail/X.400 gewählt. Eingangsagent wechseln > Zeitgesteuert > Mail/X.400. Siehe auch Mail/X.400 (Eingangsagent Cron) und klicken Sie auf den Link für das verwendete Mail-Protokoll.

Phase 1: Eingangsagent, E-Mail-Konfiguration mit Optionen für IMAP- und SMTP-Server.
Über der Regelliste konfigurieren Sie die Verbindung zum Mailserver. Für das Verständnis der Verteilungsregeln sind drei Felder im Umfeld relevant.
Konto-Typ: Wählt das Protokoll. Bestimmt, welche weiteren Felder Pflicht werden.
IMAP-Verzeichnis: Bei IMAP und IMAPS ein Pflichtfeld (Markierung neben dem Feldnamen). Gibt das Postfach an, aus dem die Plattform Mails abholt.
Unbekannte Mails: Steuert das Verhalten für E-Mails, die keine Regel trifft. Details siehe Nicht zuordenbare E-Mails.
Optionen für den Eingangsagenten:
S/MIME Operationen verwenden: Aktiviert die Entschlüsselung eingehender S/MIME-Mails. Voraussetzung ist ein konfiguriertes Zertifikat im Mail-Kanal.
Parallelverarbeitung aktivieren: Erlaubt mehrere gleichzeitige Instanzen des Profils. Voraussetzung: Die Profil-Option Profil darf nur in einer Instanz laufen… ist nicht gesetzt.
Korrupte Mails überspringen: Überspringt fehlerhafte Mails, anstatt den Abruf-Job abzubrechen. Der Abruf der restlichen Mails läuft weiter.
Regelliste
Die Regelliste zeigt alle angelegten Verteilungsregeln. Jede Spalte zeigt einen Aspekt der Regel.
Spalte | Bedeutung |
|---|---|
Art | Der Teil der E-Mail, den die Regel prüft. Beispiele: Body, Absender, Anhang. |
Betreff | Der erforderliche Betreff. |
Absender | Die geforderte Absenderadresse. |
Dateimuster | Das Muster für Anhang-Dateinamen. |
Profil | Das Verarbeitungsprofil, an das die Plattform die E-Mail leitet. WICHTIG Dieses Profil muss aktiv sein. |
Wertung | Die automatisch berechnete Wertung. Siehe Profil-Scoring. |
Reihenfolge der Regeln
Sie ordnen die Regeln auf zwei Arten:
Automatisch über die Wertung: Die Plattform berechnet für jede Regel eine Wertung. Die Berechnung folgt den Regeln des Profil-Scorings. Klicken Sie auf die Spaltenüberschrift Wertung, um die Liste danach zu sortieren.
Manuell: Mit den Pfeilen unter der Tabelle verschieben Sie einzelne Regeln nach oben oder unten.
Die Plattform prüft die Regeln von oben nach unten. Greift eine Regel, leitet die Plattform die E-Mail an das zugehörige Verarbeitungsprofil weiter. Weitere Regeln wertet die Plattform nicht mehr aus.
Tipp zur Reihenfolge
Platzieren Sie spezifische Regeln oben. Allgemeine Regeln gehören weiter nach unten. Eine Auffangregel als letzte Position ist sinnvoll.
Regel anlegen
Eine neue Verteilungsregel legen Sie über das Kontextmenü der Regelliste an. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste oder Control-Klick (macOS) in eines der Felder und wählen Sie den Menüpunkt Regel anlegen. Im Dialog definieren Sie die Bedingungen für die Regel. Erfüllt eine E-Mail die Bedingungen, greift die Verteilungsregel.

Regel ist aktiv: Das Häkchen aktiviert die Regel. Inaktive Regeln überspringt die Plattform bei der Prüfung.
Gilt für: Legt fest, welchen Teil der E-Mail die Regel prüft. Pflichtfeld. Mögliche Werte: Body, Anhang oder Body & Anhang.
MIME-Typ Body: Der MIME-Type des E-Mail-Bodys, den die Regel akzeptiert. Pflichtfeld.
Eine Regel pro MIME-Typ
Eine einzelne Regel kann nicht gleichzeitig HTML- und reine Text-Mails abrufen. Legen Sie daher zwei Regeln an:
Eine Regel mit MIME-Typ Body
text/plainfür reine Text-Mails.Eine Regel mit MIME-Typ Body
text/htmlfür HTML-Mails.Bei weiteren MIME-Typen ist das Verhalten nicht garantiert. Testen Sie solche Fälle vor dem Produktiveinsatz.
Betreff: Der erforderliche Betreff der E-Mail. Mehrere Werte trennen Sie mit einer Pipe |. Reguläre Ausdrücke mit dem Präfix regex: verwenden.
Betreff stimmt genau überein, ist nicht 'enthält': Wenn gesetzt, muss der Betreff exakt übereinstimmen. Standardmäßig reicht eine Teilübereinstimmung.
Dateimuster: Das Muster für den Dateinamen eines E-Mail-Anhangs. Mehrere Muster trennen Sie mit einer Pipe |. Das Feld ist nur aktiv, wenn Gilt für auf Anhang oder Body & Anhang gesetzt ist.
Absender: Die geforderte Absenderadresse der E-Mail.
An: Die geforderte Empfängeradresse der E-Mail (To-Feld). Mehrere Adressen trennen Sie mit ;.
CC: Die geforderte CC-Adresse der E-Mail.
Profilauswahl: Das Verarbeitungsprofil, an das die Plattform die E-Mail-Daten weiterleitet. Wählen Sie kein Profil aus, verarbeitet das Abholprofil die Daten selbst. Das Verarbeitungsprofil benötigt einen Eingangsagenten vom Typ Message. Nur solche Profile erscheinen zur Auswahl.
Kanal: Wählen Sie einen Vergleichskanal vom Typ Mail aus. Die Vergleichsoption wählen Sie im Dropdown darunter.
Hinweis
Jede eingehende E-Mail erhält intern eine Kanal-ID. Die Plattform sucht dazu einen passenden Kanal nach zwei Kriterien:
Das Feld Eigene Kennung des Kanals stimmt mit der Empfängeradresse der E-Mail überein.
Das Feld Partner Kennung des Kanals stimmt mit der Absenderadresse der E-Mail überein.
Bei Kanälen vom Typ Mail entsprechen Eigene Kennung und Partner Kennung den jeweiligen E-Mail-Adressen. Die Plattform vergleicht den so ermittelten Kanal mit dem ausgewählten Kanal.
Folgende Optionen stehen im letzten Menü als Vergleichsoption zur Auswahl:
Option | Beschreibung |
|---|---|
Stimmt mit dem eingestellten Kanal überein | Der intern ermittelte Kanal stimmt mit dem hier ausgewählten Kanal überein. |
Stimmt mit 'eigener Kennung' überein | Die Eigene Kennung des hier ausgewählten Kanals stimmt mit der eigenen Kennung des intern ermittelten Kanals überein. Das entspricht der Empfängeradresse der eingehenden E-Mail. |
Stimmt mit dem Abruf-Kanal überein | Der hier ausgewählte Kanal muss mit dem Abruf-Kanal übereinstimmen. |
Kanal wird ignoriert | Der hier ausgewählte Kanal wird nicht ausgewertet. |
Nicht zuordenbare E-Mails
Trifft keine Regel zu, hängt das weitere Vorgehen vom Eingangsagenten ab.
Zeitgesteuert (POP3, IMAP, X.400)
Die Rubrik Unbekannte Mails im Eingangsagenten steuert das Verhalten. Folgende Optionen sind möglich.
Unter 'unresolved' ablegen: Die Plattform legt die E-Mail im Bereich Unresolved ab.
Verwerfen: Die unbekannte Mail wird verworfen.
Weitere Optionen je nach Konfiguration. Zum Beispiel: löschen oder ignorieren.
Event-gesteuert (SMTP)
Normalerweise verwirft die Plattform nicht zuordenbare SMTP-Mails. Aktivieren Sie folgendes Setting in ./etc/startup.xml, um solche E-Mails stattdessen im Bereich Unresolved abzulegen.
<Set name="saveUnknownMails">true</Set>System-Variablen
Nach erfolgreicher Verteilung stehen Ihnen im Verarbeitungsprofil folgende System-Variablen zur Verfügung. Siehe auch System-Variablen.
Variable | Bedeutung |
|---|---|
| Betreff der E-Mail. |
| Body-Text der E-Mail. |
| Wert eines bestimmten Headers. Beispiel: |
| Dateiname des aktuellen Anhangs. |
| IMAP-Verzeichnis. Nur bei IMAP und IMAPS verfügbar. |
| Jobnummer des Ausgangsjobs, falls ein anderes Profil den Mail-Eingangsagenten getriggert hat. |